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Zyschdigs-Ziigli und Ladärnli verbrenne


 
Im Jahre 1925 war die BMG als erste Fasnachtsclique am Fasnachts-Dienstag beim Gässle unterwegs. Damals fand die Fasnacht nur am Morgenstreich und am Montag und Mittwoch statt. Dr Fasnachts-Zyschdig und s' Zyschdigs-Zigli gehören für jeden BMG-ler zu den Höhepunkten der Fasnacht.

Wenn am Fasnachts-Dienstag abends in der Innerstadt die Guggenmusiken schränzen und das Publikum zu den Rhythmen tanzt und tobt, marschiert punkt  acht Uhr eine grosse Fasnachtsclique in Charivari-Kostümen am Gemsberg ab: die vereinten BMG-Stamm und -Runzle. Voran schreitet eine Gestalt in einem weiten dunkelroten Mantel. Eine kleine Laterne in deren Hand beleuchtet den Weg. Mitten im mächtigen Vortrab wird eine eigenartig zusammengebaute Laterne mitgetragen (s' Zyschdigs-Ladärnli), die wie eh und je von Kerzen im Innern erleuchtet ist.
Auf der "stillen" Route via Heuberg, Steinenbachgässlein, Bäumleingasse, Münsterplatz, Rheinsprung, Petersgasse, Petersplatz und Lyss kann man das Jubilieren der Piccolos und das Ruesse der Trommeln ganz besonders geniessen.

Höhepunkt und alte BMG-Tradition ist das Verbrennen des Zyschdigs-Ladärnli. Diese Zeremonie, die dem Gedenken an die übers Jahr verstorbenen Mitglieder gewidmet ist, fand ursprünglich im Garten des "Laiezorn" statt, später beim Gemsbergbrunnen, dann einige Jahre auf dem Münsterplatz (damals, als die Laternenausstellung noch in den Messehallen zu besichtigen war), und seit längerer Zeit auf dem Petersplatz.

Die Laterne wird in der Mitte des Platzes aufgestellt. Darum herum bilden Pfeifer, Tambouren und Vortrab einen Kreis. Die Trommeln sind tief gestimmt und mit dem "Truurmarsch, vorwärts marsch!" gibt der Tambourmajor den Befehl für den Beginn der Zeremonie.

Anschliessend wird 's Zyschdigsladärnli angezündet und während die Flammen hoch auflodern verliest einer der Gesellschaftsbrüder das Zyschdigsvärsli:

 
  "Am Fasnachtszyschdig simmer zwäg,
es isch der scheenscht vo alle Dääg,
wo d'Frau Fasnacht uns verschänggt.
Die alti Naarrefreyhait läbt,
wie wenn's e Comité nit gäbt
und kai Route, wo aim drängt.

No scheener ka's fascht nimme wärde,
dr Himmel hämmer scho uf Ärde,
wenn farbig-häll d'Ladärne brenne.
Drum wänn mir uns im Innere
jetzt au an die erinnere,
wo nie meh Fasnacht mache kenne.

 
Mit däne wämmer ys verbinde
und wänn vom Gligg, wo mir empfinde
e Bitz ins Himmelrych lo fliesse,
ass die, wo mien dert äne blybe,
e Fraid hänn an ys, wiemer's drybe,
und wiemer unsri Fasnacht gniesse.

Wenn mir als pfyffe dien und drummle
duet amme n aine mit ys bummle,
e Sänsen uf den Ärm, de lange...
Au das Johr ischer, wie zum Gschpass
verschwunden ine Syttegass, -
und e paar sin mitem gange..."

Den Abschluss der Totenehrung macht die Pfeifertagwacht. Dann formiert sich der Kreis wieder zu einem geordneten Fasnachtszug, der durchs Vesalgässli in Richtung Lyss schreitet zum weiteren Gässle und schwelgen in Fasnachtsklängen...

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